Frauen in Maschinenbau und Werkstofftechnik

Die drei Wissenschaftlerinnen Gabriela Marginean (links), Sonja Grothe (Mitte) und Ghazal Moeini arbeiten im Maschinenbau der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen als Werkstoffexpertinnen. Die Maschine fürs Elektronenstrahl-Schweißen und -Bohren haben sie im Griff. Als Frauenförderinnen hätten sie gerne mehr Studentinnen unter den Erstsemestern. Foto: WH/BL

Drei Wissenschaftlerinnen aus dem Gelsenkirchener Institut Maschinenbau der Westfälischen Hochschule eint ihre gemeinsame Leidenschaft für Werkstoffwissenschaften. Ihre Begeisterung wollen sie auf Schulabgängerinnen mit Hochschulzugangsberechtigung für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn übertragen.

(BL) Es ist keine alchimistische Zauberei, hat aber viel mit der chemischen Verwandlung von Stoffen zu tun: die Wissenschaft von den Werkstoffen. „Wir arbeiten im Forschungslabor mit Elementen wie Eisen, Aluminium, Titan, Nickel, Chrom und Kobalt und prüfen ihre Verwendbarkeit in Legierungen und in additiv hergestellten Werkstoffen“, erzählen die drei Wissenschaftlerinnen Dr. Gabriela Marginean, Prof. Dr. Sonja Grothe und Prof. Dr. Ghazal Moeini von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. „Diese Elemente treten in Wechselwirkung mit anderen Stoffen und vermitteln ihnen Eigenschaften, die es so vorher nicht gab oder die dem Verschleiß von Maschinenteilen vorbeugen und so für einen nachhaltigeren Ressourceneinsatz sorgen.“ Mit dünnen Beschichtungen von manchmal nur einem Viertel Millimeter sorgen Werkstoffwissenschaften für „das smarte Feintuning im Maschinenbau“.

Nachgezählt sind die drei Wissenschaftlerinnen unter 13 Lehrenden im Institut für Maschinenbau und in der Werkstofftechnik als Frauen in der Minderzahl, aber davon überzeugt, dass geschlechtergemischte Teams die Arbeitsatmosphäre umgänglich, angenehm und erfolgreich machen. Das wollen sie auch aktuellen und kommenden Studentinnen vermitteln: „Sie sind nicht allein unter Männern, sondern geschätzte Mitglieder in gleichgestellten Arbeitsteams.“ In der Industrie sei dies bereits gelebter Alltag und sie biete Frauen gute Möglichkeiten für eine erfolgreiche und finanziell lohnende Karriere. Daher sehen sie ihre Aufgabe als Wissenschaftlerinnen darin, Studentinnen so zu coachen, dass sie erfolgreich studieren, im Kontakt mit Unternehmen Berufspraxis erleben können, an Forschungsprojekten mit eigenen kleinen Aufgaben beteiligt werden und vom Bachelor über den Master bis zum Doktorgrad reifen können, sofern sie selbst das wollen.