Frühere für Jetzige

Bei der Förderrund 2018/19 gehörte Sara Wuttke (3.v.r.) zu den Wirtschaftsrecht-Alumnis, die das erste Alumnistipendium vergaben. Es ging an Studentin Laura Schulte (4.v.l.). Foto: Patrick Herrmann

Wirtschaftsrecht-Absolventin Sara Wuttke hat im Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsrecht ein Alumni-Deutschlandstipendium organisiert. Das erste Stipendium ging an Wirtschaftsrecht-Studentin Laura Schulte.

(BL) Absolventen und Absolventinnen können für die Noch-Studierenden wertvolle Kontakte in die Arbeitswelt knüpfen. Dass sie auch finanzielle Hilfe leisten können, bewies Wirtschaftsrecht-Absolventin Sara Wuttke. „Ich hatte selbst ein Deutschlandstipendium. Meins kam neben dem Bundesanteil von der Volksbank Marl-Recklinghausen. Als mich nach dem Abschluss eine Anfrage zum Deutschlandstipendium erreichte, dachte ich, es müsste doch möglich sein, den privaten Anteil verteilt auf mehrere oder viele Schultern zusammenzubekommen.“ Sara Wuttkes erste Idee dazu war Crowdfunding unter den ehemaligen Deutschlandstipendiaten. Doch es gab zu wenige Zusagen. Der zweite Anlauf richtete sich an die Graduierten des Wirtschaftsrechts. Mit einem Informationsblatt verteilt über ihre Alumnigruppe bei Xing und mit einer Präsentation bei einer Wirtschaftsrecht-Absolventenfeier in Recklinghausen konnte sie so viele von ihrer Idee überzeugen, dass im letzten Jahr auf der Basis von 24 Förderern das erste Alumni-Deutschlandstipendium des Fachbereichs Wirtschaftsrecht vergeben werden konnte. Es ging an Studentin Laura Schulte.

Doch nicht nur die Stipendien-Empfänger haben Vorteile vom Alumni-Stipendium. Sara Wuttke: „Das Alumni-Stipendium soll helfen, ein Alumni-Netzwerk aufzubauen. Man bleibt über das Studium hinaus in Kontakt und kann den jetzigen Studierenden als Mentoren zur Seite stehen. Gemeinsame Workshops oder Karriere-Events an der Westfälischen Hochschule und in Zusammenarbeit mit den dortigen Professorinnen und Professoren geben einen Einblick in die Praxis der Alumni. Außerdem kann ein solches Netzwerk auch eine Jobvermittlungsplattform sein, über die in Zeiten des angesagten Fachkräftemangels Praktikanten, Werkstudierende und Mitarbeitende zu finden sind.“

Um das Alumni-Stipendium zu verstetigen, hat der Recklinghäuser Fachbereich Wirtschaftsrecht zugesagt, das entsprechende Informationsblatt als Anhang mit der elektronischen Zustellung des Abschlusszeugnisses zu verschicken. Auch für dieses Jahr werden noch Spender gesucht. Außerdem akquiriert Sara Wuttke Absolventen aus allen Profilfeldern und Fachrichtungen des Recklinghäuser Fachbereichs Wirtschaftsrecht. Wuttke: „Es wäre natürlich toll, irgendwann ein Stipendium pro Fachrichtung oder Profilfeld vergeben zu können.“

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Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Seit dem Sommersemester 2011 fördert es Studierende sowie begabte Studienanfängerinnen und Studienanfänger, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Die Hälfte der Fördersumme kommt vom Bund, die andere Hälfte von privaten Stiftern. Das Stipendium wird für mindestens zwei Semester gezahlt und kann bis zum Ende der Regelstudienzeit verlängert werden. Die Förderung wird unabhängig von anderen Einkommensquellen wie etwa Bafög gezahlt und ermöglicht es den Stipendiaten in der Regel, sich ganz aufs Studium zu konzentrieren, anstatt nebenher für den Lebensunterhalt jobben zu müssen.