Verschiedene Zeitzonen, ein Projekt

So vielfältig wie die Welt, so vielfältig war auch die Videokonferenz zum Auftakt der diesjährigen internationalen und interkulturellen Projektarbeit von GIPE. „Dank mittlerweile immer schnellerem und stabilerem Internet verschmelzen die Grenzen zwischen den Ländern und den Menschen und ein Miteinander in verschiedenen Bereichen wird dadurch gefördert und einfacher möglich“, waren sich alle Beteiligten einig. Montage/Screenshot: WH/MV

„Good morning, good afternoon and good evening“ − so begrüßten die jeweiligen Projektleiterinnen und -leiter die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des GIPE-Kick-off-Meetings 2021 in einer gemeinsamen Videokonferenz Mitte März. GIPE steht als Abkürzung für „Global Intercultural Project Experience“ und ist ein internationales für vier Jahre ausgerichtetes Rahmenprogramm, das im Jahr 2019 gestartet wurde. Es ermöglicht vielen Studierenden, internationale und interkulturelle Erfahrungen zu machen und in einem thematisch jährlich wechselnden Projekt zusammen zu arbeiten.

(MV) Die Westfälische Hochschule startete 2019 mit finanzieller Förderung durch den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) im Namen des „Bundesministeriums für Bildung und Forschung“ ein Projekt zum internationalen Austausch und zu interkultureller Zusammenarbeit (Trikon berichtete in Ausgabe 01/2020). Das Förderprogramm heißt „HAW.International“.

Am Projekt beteiligt sind neben der Westfälischen Hochschule als Partnerhochschulen die staatliche Universität für Wissenschaft und Technik in Windhoek/Namibia (NUST), die katholische Atma-Jaya-Universität in Jakarta/Indonesien (AJCUI) sowie die katholische Universität San Pablo in Peru (UCSP). Somit arbeiten vier Hochschulen aus vier Ländern auf vier verschiedenen Kontinenten zusammen. „Durch die unterschiedlichen Zeitzonen müssen wir immer gut planen, um einheitliche Ablaufpläne und Abstimmungen fließend zu gestalten“, berichtet Prof. Dr. Manfred Meyer, neben Thomas Müller vom Bocholter Fachbereich Maschinenbau sowie Nadine Hackmann und Sara Sanders vom „International Office“ und Prof. Katja Becker Teil des GIPE-Teams an der Westfälischen Hochschule.

Mit dem aktuellen Projekt für das Sommersemester 2021 wird in diesem Jahr das „Puspanita Eco-Spirit Center“ in Indonesien unterstützt. Dabei steht der Fokus ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Puspanita wird von Nonnen der Kongregation „Karl Borromäus“ geleitet und besteht seit 1996. Das Zentrum befindet sich in Bogor, Indonesien, und ist heute ein staatlich anerkanntes Zentrum für Gartenbau, an dem Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt werden sollen.

Die Begrüßung für die Westfälische Hochschule übernahm dazu Prof. Dr. André Latour, Vizepräsident für Internationales und Nachhaltigkeit. In diesem Jahr sind fünf, aus allen vier Ländern durchmischte, Arbeitsgruppen am Start: Die erste Gruppe befasst sich mit der Umsetzung eines Geschäftsmodells und Strategie für eine Ressourcenentwicklung von Tourismus unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Umwelt. Die zweite mit der Entwicklung von Lernspielen, die den Nutzerinnen und Nutzern spielerisch hilft, wichtige Zusammenhänge einfacher zu verstehen. Eine weitere Gruppe entwickelt eine Puspanita-Website und integriert ein Web-Buchungssystem. Der vierte Baustein besteht aus einer Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt Marketing. Insbesondere sollen hier das digitale Marketing, ein neues „Logo-Design“ sowie ein durchgängiges „Corporate und Visual Design“ entstehen. „Last but not least“ geht es in der fünften Arbeitsgruppe um das sogenannte „Smart Farming“. Hier wird untersucht, ob und wie der Einsatz von digitaler Technik (IoT - Internet of Things) in der Landwirtschaft bei Abläufen helfen und unterstützen kann.

Interkulturell ging es auch in der Videokonferenz zu. Ein kurzweiliges Quiz deckte manch kleines Geheimnis einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf. Alle durften über die App Mentimeter für eine von drei Behauptungen zu einer Person abstimmen, um sich ein bisschen besser kennenzulernen. Dabei ging es nicht nur um den Lieblings-Fußballverein. Zum Abschluss gab es die, nach eigener Aussage, erste internationale „Tiktok-Challenge“, ein Spiel bei dem zu einem Musikstück sowie dessen Takt und Vorgabe die richtige Fingeranzahl einer Hand gezeigt werden sollten. Nicht immer weltweit synchron, aber für alle mit viel Spaß verbunden.

Karl Borromäus (*1538 - †1584)

war Kardinal, Erzbischof von Mailand und ein bedeutender Vertreter der katholischen Reform nach dem Trienter Konzil. Er stammte aus dem italienischen Adelsgeschlecht Borromeo und wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt. (Quelle: Bistum Augsburg)