Let’s Gipe!

Das „Kick-off-Meeting“ der 2022-Gipe-Runde versammelte viele Kachelbilder der Teilnehmenden auf dem Bildschirm. Foto: UCSP/Sara Sousa

Zu Frühlingsanfang trafen sich die Teilnehmer der 2022er-Runde von GIPE – „Global Intercultural Project Experience“ – zum Start der diesjährigen Projektphase. Teilnehmer von vier Hochschulen aus vier Kontinenten wollen gemeinsam Lösungen erarbeiten, um der San-Juan-Apostol-Schule in Peru zu einer Internet-Plattform zu verhelfen, die eine Verbindung zwischen Eltern, Schülern und Schülerinnen sowie Lehrenden herstellt. Neben der projektleitenden Westfälischen Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Meyer sind die „Universitas Katolik Indonesia Atma Jaya (AJCUI), die „Namibia University of Science and Technolgy“ (NUST) und die „Universidad Católica San Pablo“ (UCSP) in Arequipa/Peru beteiligt.

(BL) Der Start war feierlich: Das internationale Teilnehmerfeld von vier Hochschulen in vier Kontinenten lauschte zunächst der peruanischen Nationalhymne „Somos libres, seámoslo siempre“ (Wir sind frei, lasst uns immer frei sein).  Frei fließen sollen auch die Gedanken und Ideen für das diesjährige Gipe-Projekt zugunsten der peruanischen San-Juan-Apostol-Schule in Cerro Colorado, einer Schule, an der Kinder aus den verschiedenen Ethnien Perus gemeinsam lernen. Das Gipe-Projekt zielt 2022 darauf ab, für diesen „Kunden“ eine Internet-Plattform aufzubauen, zu der alle Schüler und Schülerinnen sowie Lehrer und Eltern Zugang haben und auf der ihre Lernfortschritte dokumentiert werden. Dazu gehört auch die Darstellung des jeweils speziellen kulturellen Erbes und welches wirtschaftliche Potenzial es für das spätere Leben der Kinder und damit für den multikulturellen Staat haben kann. Mit den Erfahrungen der Corona-Pandemie soll zugleich sichergestellt werden, dass die Plattform im Bedarfsfall auch für die Online-Lehre genutzt werden kann. UCSP-Rektor Dr. Germán Chávez Contreras drückte seine Freude und zugleich Dankbarkeit dafür aus, dass sich das Gipe-Projekt dieses Thema vorgenommen hat, es sei eine echte Entwicklungshilfe. Grußworte aus Indonesien und Namibia, den Ländern der zwei vorangegangenen Gipe-Projekte, bestätigten den Erfolg der internationalen studentischen Projektarbeit.

Rund 70  Studenten und Studentinnen hatten sich um die Teilnahme beworben, etwa die Hälfte sind ab jetzt mit der Verwirklichung der gemeinsamen Aufgabe beschäftigt. Nach dem Startereignis gingen die Studierenden in ihre einzelnen Arbeitsgruppen, die sich um Teilprojekte kümmern, bevor diese am Ende zum großen Ganzen zusammengefügt werden. Für Juni ist neben den virtuellen Arbeitsgruppen auch ein Präsenztreffen an der Westfälischen Hochschule in Deutschland geplant, sofern die internationalen Grenz- und Pandemieregeln das zulassen. Obwohl der größte Teil der Arbeit virtuell und übers Netz erfolgt, profitieren die Teilnehmenden davon, dass sie nicht an Lehrbuchaufgaben arbeiten, sondern sich den Herausforderungen einer echten, praktischen Aufgabe stellen, die nach Projektende in die Wirklichkeit umgesetzt werden soll, so auch die Erwartung von Prof. Dr. André Latour, der als Vizepräsident das Ressort Internationales an der Westfälischen Hochschule vertritt. Umso höher ist das persönliche Engagement wirklichkeitsfähige Lösungen zu erarbeiten.

Dazu hat Prof. Dr. Manfred Meyer als Gipe-Koordinator gemeinsam mit Thomas Müller als wissenschaftlichem Mitarbeiter die Arbeitsgruppen nicht nur so eingeteilt, dass alle vier Hochschulen aus Amerika, Asien, Afrika und Europa vertreten sind, sondern auch darauf geachtet, dass die Teams nicht nur international, sondern außerdem interdisziplinär sind. Besonders groß ist bei dem gestellten Thema zwar die Gruppe der Studierenden, die Informatik, Elektronik oder Telekommunikation studieren, aber es sind auch Studienfächer wie Maschinenbau, Wirtschaft, Biologie oder Kommunikation vertreten. UCSP-Moderatorin Emilie Walker fand: „Ein aufregendes, besonderes Projekt“. Dass sich die Teilnehmenden diesem Fazit anschlossen, wurde am Ende der mehrstündigen Internet-Konferenz klar, als sich alle gemeinsam mit dem Gruß „Let‘s gipe!“ verabschiedeten.

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