Mit Kuba zur Auszeichnung

Auch im Homeoffice galt vor dem Bildschirm der NMUN-Dresscode – Anzug mit Krawatte oder Business-Kostüm. Ruth Spickermann (unten links, Molekulare Biologie) bewarb sich erfolgreich als „Chair“ für das Komitee „Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS)“ und durfte so Sitzungen leiten. Im Anschluss an ihr Bachelorstudium der „Molekularen Biologie“ will sie ein Masterstudium in Erfurt für „internationale Beziehungen“ machen. Screenshot: WH/Andreas Müglich

Durch die einsetzende Corona-Pandemie im vergangenen Jahr musste die NMUN (National Model United Nations), eine studentische Konferenzsimulation der Vollversammlung der Vereinten Nationen, erstmals abgesagt werden. In diesem Jahr war eine Teilnahme wieder möglich – allerdings nicht in Präsenz, sondern nur digital. „Ein Erlebnis, das trotzdem prägt“, kommentiert Prof. Dr. Andreas Müglich, der die Teilnahme Recklinghäuser Studierender beim NMUN 2002 ins Leben rief. In diesem Jahr waren Recklinghäuser Studierende des Studiengangs Wirtschaftsrecht und der „Molekularen Biologie“ sowie Wirtschaftsstudierende aus Gelsenkirchen wieder mit dabei und vertraten den Karibikstaat Kuba. Sie bekamen dabei die zweithöchste Auszeichnung, den „Distinguished Delegation Award“ (ausgezeichnete Delegation).

(MV) Der Tag wurde zur Nacht und die Nacht zum Tag. Statt „Jetlag“ vom Flug, hieß es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der NMUN-Konferenz 2021, vor den Bildschirmen durchzuhalten und Kaffee zu trinken. Denn erstmals nach dem Ausfall im vergangenen Jahr gab es kurz vor den Ostertagen eine komplett digitale NMUN-Konferenz in New York. „Zusammen mit unseren Partnern von der japanischen Universität in Kobe haben wir den Karibikinselstaat Kuba vertreten. Und dies gar nicht so schlecht. Denn unsere Arbeit ist mit einem ‚Distinguished Delegation Award‘ belohnt worden“, berichtet ein sichtlich noch etwas müder Andreas Müglich, Professor für „Internationales Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung“ am Hochschulstandort Recklinghausen. Er sei sehr glücklich darüber, dass seine Familie die ungewöhnlichen Nachtschichten mitmachte und das Verständnis zu Hause dafür groß war. Denn der Zeitunterschied zum New-Yorker-Geschehen betrug sechs Stunden. Wenn also der Veranstaltungsstart beispielsweise neun Uhr in New York war, zeigte der Chronometer in Recklinghausen schon 15 Uhr.

„Die Vorbereitung war diesmal deutlich anders. Gestartet sind wir ‚in Person‘ und schlossen virtuell ab. Wir nahmen mit unseren Studierenden an zwei digitalen Vorbereitungskonferenzen teil. Eine erste zunächst mit der Universität Trier. Später war es die Teilnahme an dem Format ‚GerMUN‘ mit den Universitäten Trier, Erfurt, Bamberg, Magdeburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Unsere Studierenden haben so viel Know-how aus diesen Konferenzen mitgenommen, dass die Studierende Ruth Spickermann (Molekulare Biologie) sich als ‚Chair‘ für das Komitee ‚Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS)‘ erfolgreich beworben hat und so Sitzungen leiten durfte“, berichtet ein begeisterter und stolzer Müglich. In den vielen Jahren beobachtete er, wie viele Studierende durch ihre Teilnahme und einen „Ausbruch aus der Komfortzone“ charaktergestärkt hervorgegangen seien und zudem feststellten, dass die eigenen Englischkenntnisse gar nicht so schlecht sind wie gedacht und dafür durchaus anwendbar waren.

„Unsere Studierenden nahmen für Kuba an der Kommission für Verbrechensverhütung und Strafrechtspflege, der Kommission für Frauenrechte und dem ‚Zweiten Ausschuss der Generalversammlung‘ teil. Diskutiert wurde unter anderem über die Bekämpfung der organisierten Cyberkriminalität, Förderung der politischen Teilhabe von Frauen und Entwicklungsfinanzierung.“

NMUN 2021

Mit der seit 2003 regelmäßigen Teilnahme an der Simulation einer UNO-Konferenz in New York (NMUN) konnten Studierende der Hochschulabteilung Recklinghausen viele Erfahrungen sammeln und erleben, wie komplex Abläufe und Abkommen im weltweiten Geflecht der verschiedenen Staaten umzusetzen sind. Die Delegationen vertraten folgende Länder:

2003 - Irland
2004 - Burkina Faso
2005 - Slowakei
2006 - Israel
2007 - Afghanistan
2008 - Italien
2009 - Somalia
2010 - Türkei
2011 - Usbekistan
2012 - Vereinte Arabische Emirate
2013 - Aserbaidschan
2014 - Palästina
2015 - Polen
2016 - Zentralafrikanische Republik
2017 - Republik Korea
2018 - Südafrika
2019 - Iran
2020 - (Argentinien), abgesagt wegen der beginnenden weltweiten Corona-Pandemie
2021 - Kuba