Prüfung für den Drohnenführerschein

Nach dem Führerscheinwettbewerb übernahm Lisa Möller von der RMS die zugehörige Preisverleihung für die Siegerteams. Foto: RMS

Die „Ruhr Master School“ hat mit sechs Studierenden eine Übung zum Führen von fliegenden Rettungsrobotern gemacht. Am Ende des Semesters legten die Teilnehmenden ihre Führerscheinprüfung ab.

(BL) Seit geraumer Zeit stellt Prof. Dr. Hartmut Surmann dem „Deutschen Zentrum für Rettungsrobotik“ (DRZ) immer wieder Roboter für die luftgestützte Erkundung der Folgen von Katastrophenfällen zur Verfügung und reiste dafür schon durch halb Europa, war aber auch bei den Rettungsarbeiten nach dem Frühjahrshochwasser an der rheinischen Erft beteiligt. Die „Ruhr Master School“ (RMS) hat im letzten Semester ein Lehrmodul angeboten, um den Kreis derjenigen zu erweitern, die im Bedarfsfall die Drohnen steuern können. Sechs Studierende griffen zu und machten unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Surmann von der Westfälischen Hochschule, Prof. Dr. Christof Röhrig (Fachhochschule Dortmund) und Prof. Dr. Jörg Frochte (Hochschule Bochum) den Drohnen-Führerschein.

Am Ende des Semesters stand für sie – wie für jeden Führerschein-Aspiranten – die Prüfung auf dem Stundenplan. Sie bestand aber nicht nur aus Theorie und Praxis, sondern aus drei Teilen: Nach der theoretischen Prüfung mussten die Studierenden zunächst in einer praktischen Prüfung ihre Flugkünste an Drohnen beweisen, indem sie einen Parcours in der Halle des Dortmunder DRZ abflogen und Objekte in Öffnungen finden mussten. Zeitdruck gab es auch: Die Aufgabe musste in drei Minuten erledigt sein. „Der schwierigste Teil bestand aber darin, dass die Prüflinge aus den verschiedenen aufgezeichneten Bildern Informationen ermitteln mussten“, berichtet Prüfer Surmann. Die Studierenden wurden dazu in Zweierteams eingeteilt und hatten jeweils eine Stunde Zeit, die Bilder und Videos zu verarbeiten. Ihre Ergebnisse stellten sie anschließend vor. Surmann: „Alle Teams schafften es, dreidimensionale Modelle und verschiedene Panoramen zu erzeugen sowie mit komplexen Ortungs- und Kartierverfahren 360-Grad-Videos zu verarbeiten. Die Teams verwendeten verschiedene Verfahren der künstlichen Intelligenz zur Objekterkennung und deren Darstellung.“ Sein Fazit: „Als Drohnenführer sind die Studierenden jetzt informationstechnisch und praktisch gut auf zukünftige schwierige Ereignisse vorbereitet.“

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