Smarte Mobilitätskonzepte aus der ganzen Welt

Foto: WH/Verena Roßa

Im Kooperationsprojekt in der Lehre zwischen der Fachhochschule Dortmund, der Hochschule Bochum und der Westfälischen Hochschule (WH) hat die Ruhr-Master-School (RMS) auch in diesem Jahr wieder eine internationale „Summer School“ organisiert. Diese fand im August bereits zum zweiten Mal am Campus Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule statt und stand ganz im Zeichen von „Regional Sustainability: Smart Mobility“.

Bei der diesjährigen „International-RMS-Summer-School“ begrüßten die Verantwortlichen 29 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 15 Ländern. Neben Studierenden aus dem Kosovo, Kasachstan, Palästina, Albanien, Bulgarien, der Türkei, Spanien, Polen und Italien kamen besonders viele der internationalen Studierenden aus Südamerika. „Mich hat vor allem das Thema der Nachhaltigkeit sehr interessiert“, sagt Amar Vishal aus Bochum. „Deswegen habe ich mich in der ‚Summer School‘ eingeschrieben.“

Die Begrüßung der internationalen Studierenden fand am 15. August 2022 und damit einige Tage vor Beginn des Fachprogramms der „Summer School“ statt, um den Gästen das Lebensgefühl und den Studienalltag in der Metropole Ruhr näher zu bringen. Dafür wurde ein umfangreiches Begleitprogramm mit einem Deutsch- Crash-Kurs, Sightseeing-Touren durch Gelsenkirchen, den Westpark in Bochum und in das Stadion des BVB in Dortmund angeboten. Zusammen mit ihren deutschen „Buddies“ (Studierende von den lokalen Hochschulen) verbrachten die internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem eine einzigartige Zeit bei gemeinsamen Events, wie Grill- und Spieleabenden. 

Am 19. August begann dann das offizielle Fachprogramm zu dem auch die nationalen Teilnehmenden – 16 Bachelor- und Masterstudierende der drei beteiligten Hochschulen – hinzukamen. In verschiedenen englischsprachigen Workshops und Impulsvorträgen von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis setzten sich alle Teilnehmenden intensiv mit verschiedenen Facetten smarter Mobilität auseinander. Sie bekamen einen Einblick, wie Mobilität intelligenter, nachhaltiger und zukunftsfähiger gestaltet werden kann und lernten dabei viele Beispiele aus der Metropole Ruhr kennen. Im Fokus standen unter anderem Themen wie Fahrradwege- und Batterieladestrukturen, nachhaltige Logistik mit Cargo-Bikes sowie unterirdische Logistik-Hubs. Konzepte für autonomes Fahren und Fliegen wurden ebenso thematisiert wie die Ökobilanz von E-Scootern über ihren gesamten Lebenszyklus. Bei einer Exkursion zum Wasserstoff-Kompetenz-Zentrum in Herten konnten die Teilnehmenden die Potenziale von Wasserstoff erleben und erhielten Einblicke in seine Produktion und Lagerung sowie den Tankvorgang.

Darüber hinaus erarbeiteten die Studierenden in internationalen und interdisziplinären Teams eigene Konzepte für innovative und intelligente Mobilitätslösungen, die in einem Poster-Wettbewerb als Abschluss der Veranstaltung präsentiert wurden. Um in den bunt gemischten Gruppen mit Studierenden aus den unterschiedlichsten Ländern als Team zusammenfinden zu können, startete die Gruppenarbeitsphase mit einem gemeinsamen interkulturellen Training. „Wir haben in einem Team gearbeitet, in dem jede Person aus einem anderen Land kam. Auch die Art zu Denken hat sich unterschieden!“, sagt Milagros Veronica Sanchez, Studentin an der University of Buenos Aires in Argentinien. Fiona Panduri aus dem Kosovo ergänzt: „Ich habe viele Dinge gelernt. Ich persönlich werde mitnehmen, dass wir zwar alle aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, aber in Wirklichkeit sind wir alle gleich, was zum Beispiel die Interessen angeht. Unsere Welt hat so viel Potenzial und wir müssen alle zusammen daran arbeiten, um uns eine bessere Zukunft aufzubauen.“

In insgesamt acht Gruppen entwickelten die Studierenden Konzepte, wie urbane Mobilität smarter und nachhaltiger gestaltet werden kann. Die Ideen reichten von intelligenten Zustellsystemen über die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrerinnen und Radfahrer bis hin zur Revolutionierung des öffentlichen Personennahverkehrs. Gewonnen hat eine Gruppe, die ein Transportkonzept entwickelt hat, das auf autonomem Fahren beruht. „Eigentlich sind wir alle Gewinner“, sagt Dr. Timm Braasch, Direktor der Ruhr-Master-School an der WH und Professor am Fachbereich Maschinenbau, Umwelt- und Gebäudetechnik in Gelsenkirchen. „Die Studierenden haben tolle Konzepte entwickelt und sehr gut in internationalen Teams zusammengearbeitet. Das ist eine wichtige Erfahrung, die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer so bald nicht mehr vergessen werden.“ (Verena Roßa)

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Über die internationale RMS-Summer-School

Die „International-RMS-Summer-School“ findet jährlich statt und ist im Wechsel an einer der drei RMS-Hochschulen zu Gast. 2022 waren auch die Hochschulallianz Ruhr (HAR) sowie das Projekt InduTwin von der Fachhochschule Dortmund am Programm beteiligt. Gefördert wurde die internationale Summer School 2022 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA).