Sprachgewandt ins Hybridsemester

Dem Coronaschutz geschuldet fanden die Fachsprachekurse für höhere Semester in Teilgruppen in coronaschutzkonformen Gruppengrößen statt. Im wöchentlichen Wechsel traf sich dann eine der Teilgruppen in der Präsenzveranstaltung, während die andere Teilgruppe von zu Hause aus Lerninhalte auf der Internetlernplattform Moodle bearbeitete. Foto: SPZ/Thorsten Sonntag

Sprachen sind eine Schlüsselqualifikation und eine Karrierechance für alle Hochschulabsolventen und -absolventinnen, egal welcher Fachrichtung. Deshalb gehören Fremdsprachen zum Pflichtbereich aller Bachelor-Studiengänge. Doch auch wenn das „Sprachlabor“ schon seit über einem halben Jahrhundert Technik für die Sprachvermittlung nutzt, geht der Spracherwerb in der Gruppe und in Präsenz zwischen Lehrenden und Lernenden viel menschlicher, schneller und besser voran als per Online-Teaching, wie es im vergangenen Sommersemester infolge der Corona-Pandemie notwendig war. Umso wichtiger war es Dr. Petra Iking, Leiterin des Sprachenzentrums an der Westfälischen Hochschule, im Wintersemester 2020/21 coronaschutzkonforme Hybridformen der Sprachlehre so weit wie möglich zu nutzen.

(BL) Die Erstsemesterveranstaltungen in den Orientierungswochen mussten wegen der großen Teilnehmerzahl mehrheitlich als Zoom-Videokonferenz laufen, etwa am Hochschulstandort Recklinghausen, wo 125 Teilnehmer der Zoom-Konferenz folgten. Ebenso die Einführungsveranstaltung bei den Gelsenkirchener Informatikern, die sogar 145 potenziell Teilnehmende zählte, oder die für die Gelsenkirchener Wirtschaftsstudiumsstarter mit rund 120 Teilnehmenden.

Aber da, wo geringere Teilnehmerzahlen es zuließen, gab es einen Hauch von Normalität, bei der die Studierenden die Lehrenden des Sprachenzentrums persönlich kennenlernten, natürlich mit den entsprechenden Corona-Schutzbestimmungen wie dem Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen und dem Treffen in größeren Räumen als üblich. Das galt etwa für die kleineren Gruppen in der Umwelt- und Gebäudetechnik, den Erstsemestern in der molekularen Biologie, die sich statt im Seminarraum in einem großen Hörsaal trafen, oder die Chemie-Anfänger, die in der Recklinghäuser Mensa zusammenkamen. Manchmal half auch die Teilpräsenz mit weiteren Teilnehmern per Videokonferenz.

Für höhere Semester und damit für alle anderen, galt, dass die Fachsprache-Kursteilnehmer in Teilgruppen auf coronaschutzkonforme Gruppengrößen getrennt wurden. Im wöchentlichen Wechsel traf sich dann eine der Teilgruppen in der Präsenzveranstaltung, während die andere Teilgruppe von zu Hause aus Lerninhalte auf der Internetlernplattform Moodle bearbeitete. Dafür hatte das Sprachenzentrum über die Pdf-Ebene hinaus spezielle, interaktive Übungen für alle Fachsprachen entwickelt.

Allerdings nur bis Anfang Dezember. Da teilte das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium mit, dass bis auf Weiteres nur noch dann Lehrveranstaltungen in Präsenzform zulässig sind, wenn sie etwa auf bestimmte technische Ausstattungen wie in den Sprachlaboren angewiesen sind. Dadurch wurde das Mischungsverhältnis der Hybridlehre deutlich in Richtung der digitalen Onlinelehre verschoben. Und ab dem 16. Dezember wurden Präsenzlehrveranstaltungen dann ohne Ausnahme bis zum 10. Januar unzulässig.