Studenten repräsentieren den Iran

Gemeinsam mit Studierenden der japanischen Universität in Kobe vertraten die Studierenden der Westfälischen Hochschule des Standorts Recklinghausen beim NMUN 2019 (National Model United Nations), einer studentischen Konferenzsimulation der Vollversammlung der Vereinten Nationen, den Iran. Ihre Reise führte sie gut vorbereitet nach New York. Auf dem Rückweg konnten sie sich über die zweithöchste Auszeichnung des Wettbewerbs freuen, den „Distinguished Delegation Award“. Er zeichnet die gute Gruppenarbeit aus, die die Studierenden über die gesamte Zeit des NMUN geleistet haben. Foto: privat

Immer ähnlich und doch immer anders und aufregend sei für die Studierenden die Teilnahme am NMUN (National Model United Nations), einer studentischen Konferenzsimulation der Vollversammlung der Vereinten Nationen – „Ein Erlebnis, das prägt“, kommentiert Prof. Dr. Andreas Müglich, der die Teilnahme der Recklinghäuser beim NMUN ins Leben rief. Auch in diesem Jahr waren Recklinghäuser Wirtschaftsrecht-Studierende wieder mit dabei, vertraten den Iran und kamen mit der zweithöchsten Auszeichnung aus New York zurück, dem „Distinguished Delegation Award“.

(MV) Seit 2003 nehmen Recklinghäuser Wirtschaftsrecht-Studierende in New York an der studentischen Konferenzsimulation der Vollversammlung der Vereinten Nationen (NMUN) teil (Trikon berichtete bereits mehrmals). Mal zusammen mit Studierenden anderer Studienrichtungen der Westfälischen Hochschule oder gemeinsam mit Studierenden anderer sowie internationaler Hochschulen. In diesem Jahr kooperierten die Recklinghäuser erneut mit Studierenden der japanischen Universität Kobe.

„Was sich wie Routine anhört, ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung für die Studierenden“, weiß Dr. Andreas Müglich, Professor für „Internationales Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung“ am Hochschulstandort in Recklinghausen. „Eine gute Vorbereitung auf die Konferenzsimulation gehört zum A und O. Als wir erfuhren, dass wir den Iran vertreten, haben wir wieder viel über das Land und seine Menschen recherchiert.“ Dazu gehörte auch ein Botschaftsbesuch: „Bevor die Konferenz begann, wurden wir von der ‚ständigen Vertretung der Islamischen Republik Iran‘ bei den Vereinten Nationen in New York eingeladen. Eine große Ehre und gelebte Gastfreundschaft, die uns deren Rechtsberater Nabi Sonboli und erster Rechtsberater Khodadada Seifi Pargou entgegengebracht haben. Sie nahmen sich fast zwei Stunden Zeit, um uns einen tiefen Einblick in die Kultur und Politik ihres Landes zu geben und viele unserer Fragen zu beantworten“, freut sich Müglich. Parallel dazu fand das historische persische Neujahrs- und Frühlingsfest (Nouruz) statt, das vor allem im iranischen Kulturraum gefeiert wird. Der Tag fällt auf den 20. oder 21. März und damit auf die Tag- und Nachtgleiche, erläutern verschiedene Internetquellen den Brauch. Zum Fest gehört auch der sogenannte Nouruz-Tisch mit verschiedenen Gaben.

Gut vorbereitet debattierten die Studierenden beispielsweise über Themen wie die nukleare Abrüstung und die internationale Sicherheit als „simulierte“ iranische Diplomaten. Dabei versuchten sie ihre Aufgabe so realistisch wie möglich umzusetzen. Für ihren offensichtlich gelungenen Einsatz erhielten sie die zweithöchste Auszeichnung, den „Distinguished Delegation Award“.

Mittlerweile gibt es ein Angebot der Simulationskonferenz auch für Schülerinnen und Schüler. Müglich hat ein Uno-Spiel an weiterführenden Schulen im Kreis Recklinghausen organisiert und rund 100 Schülerinnen und Schüler haben erstmals im November 2017 daran teilgenommen (Trikon berichtete in Ausgabe 01/2018). „Dadurch sollen bereits Schülerinnen und Schüler dieses lehrreiche Format kennenlernen können und sich für politische Bildung begeistern“, so Müglich. Im Juni wurde er ins japanische Kobe zur JUEMUN (Japan University English Model United Nations) eingeladen, um über seine Erfahrungen des Schülerangebotes zu referieren und Tipps zu geben, dieses Format auch in Japan zu etablieren. In Japan differieren die Ausbildungsstandards an den Schulen deutlich stärker als in Deutschland und es sei deswegen schwieriger, ein ähnliches Modell eins zu eins zu übertragen, weiß Müglich.

Dass die Recklinghäuser auch im kommenden Jahr wieder mit dabei sind, sei klar. Welches Land sie dann vertreten werden, wird erst Anfang Oktober feststehen. Wunschland für 2020 wäre Guatemala, hofft Prof. Dr. Andreas Müglich, dass dem Wunsch auch zugestimmt wird. 2020 wollen die Recklinghäuser dann wieder gemeinsam mit den Studierenden aus Japan nach New York reisen.

Fotogalerie

NMUN 2019

Mit der seit 2003 regelmäßigen Teilnahme an der Simulation der UNO-Konferenz in New York (NMUN) konnten Studierende der Hochschulabteilung Recklinghausen viele Erfahrungen sammeln und erleben, wie komplex Abläufe und Abkommen im weltweiten Geflecht der verschiedenen Staaten umzusetzen sind.

Die Delegationen vertraten folgende Länder:
2003 - Irland
2004 - Burkina Faso
2005 - Slowakei
2006 - Israel
2007 - Afghanistan
2008 - Italien
2009 - Somalia
2010 - Türkei
2011 - Usbekistan
2012 - Vereinte Arabische Emirate
2013 - Aserbaidschan
2014 - Palästina
2015 - Polen
2016 - Zentralafrikanische Republik
2017 - Saudi-Arabien
2018 - Südafrika
2019 - Iran

Delegation Awards
NMUN hat Kriterien für die Bewertung der Leistung von Delegierten festgelegt. Jedes Element ist für den Gesamtprozess der Preisfeststellung gleichermaßen wichtig. Alle Ausschüsse werden gleich gewichtet und die Delegationen werden anhand einer mathematischen Formel bewertet, die die Gesamtzahl der Ausschüsse angibt, in denen jeder Mitgliedsstaat vertreten ist.
   Nach Abschluss der Sitzungen empfehlen die freiwilligen NMUN-Mitarbeiter zehn Prozent der Delegationen in ihren jeweiligen Ausschüssen für Auszeichnungen, basierend auf der Leistung während der gesamten Sitzung. Jeder Mitarbeiter hat eine Schulung zur Bewertung der Leistung von Teilnehmern anhand dieser Standards erhalten und alle Personalentscheidungen im Zusammenhang mit der Bestimmung von Auszeichnungen sind endgültig. Die Gesamtpunktzahl einer Delegation ist die Anzahl der Anerkennungen für eine Sitzung geteilt durch die Anzahl der Anerkennungsmöglichkeiten. Wenn die Handlungen einer Delegation zu wettbewerbsorientiert sind oder den Ausschuss stark beeinträchtigen, kann das Personal einen negativen Anerkennungspunkt anhand der Auszeichnungssumme bewerten.
(Übersetzung mit Google – Quelle: NMUN-Auswahlkriterien)