Studien- und Sonderpreise am Standort Gelsenkirchen

Die Bachelor-Studienpreisträger 2019 am Hochschulstandort Gelsenkirchen sind (v.l.n.r.) Désriée Kalupa (25) aus Essen, Lars Baumgart (26) aus Gelsenkirchen, Saskia Slykermann (22) aus Wegberg im Kreis Heinsberg, Kirill Kronhardt (22) aus Gelsenkirchen und Annika Talkowsky (22) aus Gladbeck. Die Studienpreisträger der Kategorie Mastergrad sind Ugur Seyhan (25) aus Gelsenkirchen (6.v.l.) und Lara Tuma (24) aus Gladbeck (7.v.l.) Den AGR-Preis erhielt Mark Lux (2.v.r.), der Wolf-von-Reis-Aktorenpreis ging an Sebastian Buntkirchen (r.). Die Erich-Müller-Standortpreise gingen an Kronhardt (B) und Tuma (M.). Foto: WH/BL

Die Westfälische Hochschule zeichnete ihre besten Absolventen erneut im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Campus meets Business“ vor Gästen aus Wirtschaft und Industrie aus. Neben den Studienpreisen für die besten Bachelor- und Masterabsolventen am Standort Gelsenkirchen verlieh die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhr (AGR) den „Studienpreis für Mensch und Umwelt in der Region“. Der Gelsenkirchener Förderkreis der Westfälischen Hochschule vergab darüber hinaus den alle zwei Jahre verliehenen „Wolf-von-Reis-Aktorenpreis“ an eine Persönlichkeit, die mit ihrer Tätigkeit geholfen hat, die Emscher-Lippe-Region zu einer Zukunftsregion zu machen. Der Preis erinnert mit seinem Namen an den 2008 verstorbenen früheren Förderkreisvorsitzenden. Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Erich-Müller-Standortpreise Gelsenkirchen, deren Träger bis dahin noch geheim blieben. Nur so viel war vorher bekannt: Es gibt einen Preisträger der Kategorie Bachelor-Abschluss und einen in der Kategorie Master. Den Preis in der Kategorie Bachelor erhielt am Ende des Abends Kirill Kronhardt, Preisträgerin in der Kategorie Master wurde Lara Tuma. Veranstaltungspartner waren der Gelsenkirchener Förderkreis der Westfälischen Hochschule, der Arbeitgeberverband Emscher-Lippe sowie die Wirtschaftsinitiative Gelsenkirchen. Die Preisträger kommen neben Gelsenkirchen aus Essen, Gladbeck und Wegberg (Kreis Heinsberg).

(BL) Die besten Absolventinnen und Absolventen des Hochschulstandorts Gelsenkirchen im Prüfungsjahr 2018/19 erhielten Studienpreise und neben einer Urkunde einen Scheck über 300 Euro, der vom Hochschulförderkreis Gelsenkirchen kommt. Preisträger sind fünf Bachelor-Absolventen und zwei Master-Absolventen. Der Studienpreis würdigt Abschlussarbeiten, die sich durch besondere wissenschaftliche Güte und Übernahme in die Fachpraxis auszeichnen. Außerdem darf ein/e Kandidat/in die Regelstudienzeit bis zum Abschluss um nicht mehr als ein Semester überschritten haben und muss zu den 25 Prozent Jahrgangsbesten in seinem/ihrem Studiengang zählen. Aus dem Kreis der Studienpreisträger wurden zusätzlich zwei Preise für die Standortbesten vergeben: einer für den/die beste/n Bachelor-Absolventen/-in, einer für den/die beste/n Master-Absolventen/-in. Der Bachelor-Standortpreis war 2019 mit 750 Euro dotiert, gestiftet vom Reisedienst Nickel, der Master-Standortpreis war mit 1.500 Euro dotiert und wurde von der Sparkasse Gelsenkirchen gestiftet. Der Preis erinnert an Professor Erich Müller, den ersten Direktor der Ingenieurschule Buer und damit der historisch ältesten Wurzel der Westfälischen Hochschule. Während die Namen der Studienpreisträger bereits vor der Veranstaltung bekannt waren, blieben die beiden Standortpreisträger bis zum Abend der Verleihung am sechsten Dezember ein Geheimnis der Veranstalter, sodass am Vergabeabend für Spannung bei Preisträgern und Publikum gesorgt ist. Am Ende des Abends erhielt Kirill Kronhardt den Standortpreis in der Kategorie Bachelor und Lara Tuma den Preis in der Kategorie Master.

Außerdem gab es einen Sonderpreis: den Studienpreis „Für Mensch und Umwelt in der Region“ der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhr (AGR). Der diesjährige Preis ging an Master-Absolvent Mark Lux, der in seiner Abschlussarbeit am „Energiewendeplaner“ der Hochschule mitgearbeitet hat. Mit einem Mathematica-Programm hat er die Eingabe und Verknüpfung vieler heute gültiger und künftig gewünschter Daten in das Energiewende-Szenario-Programm möglich gemacht. Im Endergebnis berechnet das Programm die mindestens jährlich erforderlichen Gesamtinvestitionen und Flächenbedarfe der Energiewende für Deutschland. Das Programm steht Interessenten über die Hochschule kostenfrei zur Verfügung.

Der alle zwei Jahre vergebene „Wolf-von-Reis-Aktorenpreis“ ging an Sebastian Buntkirchen, der die Westfälische Hochschule als Ingenieur der Versorgungs- und Entsorgungstechnik verließ, eine Weiterbildung im Stiftungsmanagement machte und über mehrere berufliche Stationen (darunter die Stiftung „Manuel Neuer Kids Foundation“) heute Geschäftsführer der Stiftung „Schalke hilft!“ ist. Der Wolf-von-Reis-Aktorenpreis geht zurück auf die Erica-und-Wolf-von-Reis-Stiftung des 2008 verstorbenen, früheren Vorsitzenden des Förderkreises der Westfälischen Hochschule, Wolf von Reis. Die Auszeichnung wird seit 2004 alle zwei Jahre verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Wolf-von-Reis-Aktorenpreis soll Persönlichkeiten der Region ehren, die sich durch besondere Aktivitäten bei der Entwicklung und Realisierung einer Innovation ausgezeichnet haben oder deren Einsatzbereitschaft vorbildlich für die Gestaltung des Emscher-Lippe-Raumes zu einer Zukunftsregion ist.

Zwischen die Preisverleihungen hatten die Veranstalter Gesprächsrunden zwischen Moderator Frank Bürgin und Dr. Andreas Bastin gelegt. Bastin gehört zum Geburtsjahr 1963, ist promovierter Maschinenbau-Ingenieur und Vorstandsvorsitzender der Gelsenkirchener Firma Masterflex, wo er Strategie, Vertrieb, Marketing, Technik und Innovation, Compliance und Unternehmenskommunikation verantwortet. Die Einbindung in die Veranstaltungsreihe „Campus meets Business“ will dadurch spannend für Wirtschaftsvertreter sein und sorgt zugleich für eine Kontaktbörse zwischen den Bestabsolventen und möglichen Arbeitgebern aus Wirtschaft und Industrie, die sich auf diese Weise einen Einblick in Studien- und Abschlussarbeitsthemen an der Westfälischen Hochschule verschaffen können als Voraussetzung für einen erfolgreichen Transfer von Wissen und Köpfen aus der Hochschule in die Praxis.

Die Bachelor-Studienpreisträger sind Lars Baumgart (26) aus Gelsenkirchen, Désirée Kalupa (25) aus Essen, Kirill Kronhardt (22) aus Gelsenkirchen, Saskia Slykermann (22) aus Wegberg im Kreis Heinsberg und Annika Talkowsky (22) aus Gladbeck. Die Studienpreisträger der Kategorie „Master“ sind Ugur Seyhan (25) aus Gelsenkirchen und Lara Tuma (24) aus Gladbeck.

Elektrotechnik-Absolvent Lars Baumgart hat am Beispiel eines Pumpwerks praxisnah gezeigt, wie die nächste Phase der Digitalisierung in der Wasserwirtschaft umgesetzt werden kann: Pumpen und Sensoren müssen stärker vernetzt und intelligenter gemacht werden. Ein Pumpwerk der nächsten Generation könnte dann einerseits viel schneller auf extreme Wetterlagen reagieren, andererseits könnte der drohende Ausfall einer Pumpe frühzeitiger erkannt und einem Wartungsteam gemeldet werden.

Wirtschaftsabsolventin Désirée Kalupa prüfte die Potenziale von Erlebnismodellen der virtuellen und erweiterten Realität. Mit der VR-Brille auf der Nase, so ihr Ergebnis, lassen sich sowohl auf der Sachebene als auch auf der Erlebnisebene neue Produkte so lebensnah vorstellen, dass der Interessent das Gefühl hat, in eine neue Realität einzutauchen. Désirée Kalupa arbeitete am Beispiel des Eventmarketings für die Automobilindustrie. Der Interessent kann dabei ein neues Auto scheinbar selbst erkunden, ohne einzusteigen: ideal für Messen oder Kundenpräsentationen.

Medieninformatiker Kirill Kronhardt hat für die Suchplattform „jobvector.de“ – eine Spezial-Jobbörse für Ingenieure, Informatiker, Mediziner und Naturwissenschaftler – neue Bedienkonzepte entwickelt, die den Suchenden dabei unterstützen, auch Jobs zu finden, die er oder sie vorher gar nicht im Blick hatten. Denn: „Viele wissen nicht, welche und wie viele Berufswege ihnen offen stehen.“ Seine Bedienvarianten hat er mit realen Benutzern getestet. Bereits seit dem letzten Sommersemester studiert Kirill Kornhardt nun den Masterstudiengang Medieninformatik.

Saskia Slykermann hat sich im Studiengang Versorgungs- und Entsorgungstechnik mit verschiedenen Methoden der Temperierung und Frischluft-Versorgung für einen Neubau am Düsseldorfer Flughafen beschäftigt. Außerdem hat sie verschiedene Möglichkeiten der dezentralen Energieerzeugung untersucht: eine Abluft-Wärmepumpe, zur Kühlung eine Kombination aus freier Kühlung und Kompressionskältemaschine, Fotovoltaik als Quelle für elektrischen Strom aus der Sonne.

Informatikerin Annika Talkowsky hat zwei Programme verglichen, mit denen dynamische Webseiten, Webanwendungen oder Webservices entwickelt werden können. Besonderes Augenmerk legt sie auf die Interaktionsmöglichkeiten über Eingabefelder. Ihr Urteil: Das eine Programm bietet mehr bereits Fertiges an, das andere ist einfacher, gibt dem Anwender aber mehr Möglichkeiten zur eigenen Gestaltung. Talkowsky empfiehlt die Variante, die bereits mehr fertige Funktionen und das kostenfrei bietet, das andere Programm sei in der kostenfreien Version recht eingeschränkt und verlange daher entweder nach Entwicklungsarbeit oder den Kauf kostenpflichtiger Funktionen. Die Auflösung: Empfohlen wird das Programm „PrimeFaces“ gegenüber dem Programm „Vaadin“.

Ugur Seyhan, Absolvent im Master-Studiengang „Management“, definierte für ein Telekommunikationsunternehmen verschiedene Kundenzielgruppen und wie man sie im Marketing bestmöglich bedienen kann. Inhaltlich ging es um smartphonevertragsbasierte Zusatzleistungen, die man bestehenden Zielgruppen anbieten könnte.

Lara Tuma hat sich im Master-Studiengang der Mikro- und Medizintechnik mit der Kalibration von Computertomografen beschäftigt, welche in der Krebs-Strahlentherapie eingesetzt werden. Aufgrund ihrer Ergebnisse lässt sich die Bestrahlungsplanung für Patienten mit metallischen Implantaten besser durchführen.

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