Studienpreise und Standortpreis am Standort Recklinghausen

Die Studienpreise 2019 gingen in Recklinghausen (v.l.n.r.) an die Master-Absolventen Hannah Voß (23) aus Haltern (Molekulare Biologie), Johannes Limberg (24) aus Olfen (Polymerchemie) und Theresa Evelt (26) aus Iserlohn (Wirtschaftsingenieurwesen). Die vierte Studienpreisträgerin, Katharina Esber (29) aus Düsseldorf (Studiengang Wirtschaftsrecht), konnte nicht zur Verleihung kommen, ließ sich aber vertreten. Foto: WH/BL

Sprengstoffanschlag, rostfreie Stahlpräzisionsbänder, innovativer Austausch eines Analysematerials, Tumorbekämpfung bei Kleinkindern: Die besten Abschlussarbeiten des Prüfungsjahrs 2018/19 am Hochschulstandort Recklinghausen wurden Anfang Dezember ausgezeichnet. Bei der Feier wurden außerdem die Abschlussurkunden aller Absolventen der Studiengänge Chemie, Wirtschaftsrecht und Wirtschaftsingenieurwesen verliehen, sodass eine große Graduierungsfeier im Recklinghäuser Festspielhaus entstand. Zusätzlich wurde der Peter-Borggraefe-Standortpreis der Hochschulabteilung Recklinghausen verliehen. Veranstaltungspartner war die Vestische Freundegesellschaft der Hochschulabteilung Recklinghausen. Die Studienpreisträger kommen aus Düsseldorf, Haltern, Iserlohn und Olfen.

Anfang Dezember vergaben die Recklinghäuser Hochschulfachbereiche Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Wirtschaftsrecht die Zeugnisse und Graduierungsurkunden in den Studiengängen Chemie, Wirtschaftsrecht und Wirtschaftsingenieurwesen. Anschließend erhielten die jeweils besten Absolventinnen und Absolventen des Prüfungsjahres 2018/19 Studienpreise, jeweils dotiert mit 500 Euro. Höhepunkt des Abends – neben Buffet und Party – war die Verleihung des mit 750 Euro dotierten Peter-Borggraefe-Standortpreises. Der Name des Preises geht auf den 1940 geborenen Recklinghäuser Politiker zurück, der maßgeblich an der Gründung der Hochschulabteilung Recklinghausen beteiligt war.

Die Studienpreise würdigen Abschlussarbeiten, die sich durch „hervorragende methodische oder technische Fähigkeiten hervortun und dank hohen Praxisbezugs einen innovativen Beitrag für die Region leisten“, so die Ausrichter der Preisfeier. Die Preise gingen an die Master-Absolventen Katharina Esber (29) aus Düsseldorf (Studiengang Wirtschaftsrecht), Theresa Evelt (26) aus Iserlohn (Wirtschaftsingenieurwesen), Johannes Limberg (24) aus Olfen (Polymerchemie) und Hannah Voß (23) aus Haltern (Molekulare Biologie).

Katharina Esber hat sich aus wirtschaftsrechtlicher Sicht mit dem Sprengstoffanschlag 2017 auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund befasst. Abseits der Straftatbestände der gefährlichen Körperverletzung, des versuchten Mordes und der verbotenen Herbeiführung eines Sprengstoffanschlags hat sie geprüft, ob der Täter auch ein kapitalmarktrechtliches Verbrechen begangen hat. Ihr Fazit: Hat er. Er habe, so Esber, sowohl gegen das Insiderhandelsverbot als auch gegen das Marktmanipulationsverbot verstoßen und damit zwei maßgebliche Verbotsnormen gebrochen.

Theresa Evelt verbesserte in ihrer Masterarbeit die Fertigungsvorgaben zur Produktion von rostfreien Stahlpräzisionsbändern bei der Firma Zapp in Unna. Das Ziel: hohe Produktionsqualität bei gleichzeitig sehr hoher Wirtschaftlichkeit. Als besondere Herausforderung erlebte sie es, das verteilte Expertenwissen in den Köpfen der Mitarbeiter vollständig zu erfassen, zu analysieren und für einheitliche Standards zu kombinieren.

Die Hochleistungsflüssigkeitschromatografie dient zur Trennung, Erkennung und Konzentrationsbestimmung von Stoffen. Die dafür verwendeten Materialien benötigen oft eine sehr aufwendige Herstellung. Master-Absolvent Johannes Limberg: „Das ist komplex und teuer.“ Zusammen mit der „CS-Chromatographie Service GmbH“ hat er stattdessen ein Polymer genutzt, das leichter herzustellen ist, aber trotzdem vielversprechende Testergebnisse zeigt. Bei seiner Arbeit unterstützt wurde Johannes Limberg von der Stiftung Industrieforschung“ im Stifterverband.

Hannah Voß hat sich in ihrer Masterarbeit mit vier verschiedenen Typen von Medullablastomen beschäftigt. Das sind vor allem im Kindesalter auftretende Tumore im Kleinhirn. Hannah Voß gelang es, spezifische Tumormarker zu ermitteln, sodass nun individuelle Therapien entwickelt und Chemotherapieresistenzen überwunden werden können.

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