Turtle-Bot verbindet Hochschulen

Der Turtle-Roboter ist so klein, dass er auf ein Tablett passt. Als Ausbildungsroboter setzt er auf eine Open-Source-Programmierung, die nicht roboterherstellerspezifisch ist, sondern universell. Wie auf dem „silbernen Tablett“ erreicht der Turtle-Kurs die Teilnehmenden hybrid im Netz mit Präsenz­anteilen. Foto: priv.

Der Bocholter Fachbereich Maschinenbau bietet in der Ruhr-Master-School erstmals einen hybriden Roboter-Programmier-Kurs an.

(BL) Die „Ruhr Master School of Applied Engineering“ (RMS) bündelt die Kompetenzen der Hochschule Bochum, der Fachhochschule Dortmund und der Westfälischen Hochschule in den Bereichen Ingenieurwissenschaft und Informatik. Und auch wenn Bocholt nicht an der Ruhr, sondern an der Bocholter Aa liegt, beteiligt sich der Fachbereich Maschinenbau der dortigen Hochschulabteilung der Westfälischen Hochschule an diesem Angebot. Jetzt haben die Bocholter Maschinenbauer einen ganz besonderen Kurs angeboten: die Roboterprogrammierung mit dem universellen Robot-Operating-System ROS. Das Besondere: Nicht wegen Corona, sondern um Wege zu sparen und eine hohe Zeitflexibilität zu erreichen, wurde der Kurs ins Internet verlegt. Der Stoff wird in Videos vermittelt und ist unabhängig von Ort und Zeit verfügbar. Die rund 50 Studierenden von vier Hochschulstellen treffen sich zudem montags abends bei Video-Übungen beziehungweise Praktika und somit außerhalb aller Stundenpläne und abseits möglicher Arbeitszeiten der Master-Studierenden. Zusätzliche Praxisanteile und Simulationstests erfolgen verteilt in den Laboren der beteiligten Hochschulen, weshalb neben Professor Olaf Just aus Bocholt auch die Professoren Thomas Straßmann von der Fachhochschule Dortmund, Daniel Schilberg vom Campus Bochum und Marco Schmidt vom Campus Heiligenhaus der Hochschule Bochum beteiligt sind. Als Finale soll es im März ein Treffen beim „Deutschen Rettungsrobotik Zentrum“ in Dortmund geben, bei dem die programmierten Kleinroboter „Turtle-Bot“ in einem Wettkampf gegeneinander ein Labyrinth meistern müssen, ihre Wege kartieren und gesuchte Objekte finden sollen. Sofern die Corona-Schutzbestimmungen die Veranstaltung erlauben. Am Schluss des Wahlmoduls gibt es nicht nur Noten und Credit-Punkte für die Teilnehmerteams, sondern es soll auch Sachpreise für die Besten geben, schließlich ist es ja ein Wettbewerb.

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TurtlBot

Der „TurtleBot“, so erklärt es Wikipedia, ist ein programmierbarer mobiler Roboter des Herstellers Robotis. Der kleine, ROS-basierte Roboter wird in Ausbildung und Forschung eingesetzt. „TurtleBot“ ist eine lizenzierte Marke, deren Inhaber die Open Source Robotics Foundation (OSRF) ist. An den Schildkrötnamen kam er, so Prof. Dr. Olaf Just, schon in der Programmiersprache Logo von 1967. ROS verwendet traditionell Schildkröt-Namen für die Versionierung. Die aktuelle Version 13 trägt den Namen Noetic Ninjemy, eine ausgestorbene Panzer-Schildkrötenart aus der Kreidezeit vor rund 145 bis 66 Millionen Jahren.