Vier kamen durch

Diese vier Studenten schafften es trotz Corona nach Deutschland zu ihrem Anschluss-Studium im Maschinenbau an der Westfälischen Hochschule: Debojyoti Chakraborty (vorne), Neil Lalith D’Souza (l.), Vaitesh Ganesan (hinten) und Shubahm Sarangi (rechts). Foto: WH/BL

Wer als indischer Studierender im Rahmen der IGCHE-Kooperation zum Studium nach Gelsenkirchen kommt, hat bereits drei Jahre Maschinenbau-Studium in Indien hinter sich und ist über Jahre auf das Studium in der deutschen Sprache vorbereitet worden. Die vier, die zum Sommersemester 2021 kamen, mussten sich zusätzlich mit Corona-Problemen beschäftigen.

(BL) Sprechen Sie Hindi? Oder eine andere der weit über einhundert indischen Landessprachen? Lesen Sie Texte in der Schrift Devanagari? Wenn ja, ahnen Sie, wie fremd indischen Studierenden Deutsch und die lateinischen Buchstaben sind, auch wenn in Indien an den weiterführenden Schulen und den Hochschulen im Regelfall Englisch die Konversations- und Fachsprache ist. Das Austauschprogramm des „Indo-German Centers for Higher Education“ IGCHE setzt bei den indischen Studierenden, die nach sechs Semestern Studium in Indien für zwei weitere Semester nach Deutschland kommen, um am Ende des Studiums nicht nur den indischen, sondern auch den deutschen Grad „Bachelor of Engineering“ zu erringen, vom Studienbeginn in Indien an auf das Erlernen der deutschen Sprache bis zum C-Niveau des bei A startenden, dreistufigen europäischen Sprachreferenzrahmens. Nicht nur für diesen Satz, sondern auch bis zur Immatrikulation in Gelsenkirchen braucht es daher einen langen Atem.

Vier, deren Atem besonders lang sein musste, sind Neil Lalith D’Souza, Vaitesh Ganesan, Shubahm Sarangi und Debojyoti Chakraborty. Sie sind seit Anfang März in Deutschland und mussten dafür wegen der Corona-Pandemie zusätzliche Aufgaben lösen. Und der Corona-negativ-Test für die Einreise war dabei die leichteste Übung. Mit dem Ausbruch der Virenkrise konnten die Studierenden ihren Deutschunterricht auch in Indien nur noch komplett online fortsetzen. Wegen Reisebeschränkungen in Indien konnten auch nicht alle Kandidaten an den Deutschprüfungen in Indien teilnehmen, sondern können die zulassungserforderlichen Sprachprüfungen erst jetzt in Deutschland ablegen. Weitaus schwieriger war es, das Visum für die Reise nach Deutschland zu bekommen, da die deutschen Konsulate in Indien wegen Corona nur noch sehr restriktiv Termine dafür vergeben, so Sabine Gorke, Betreuerin für die indischen IGCHE-Gaststudierenden auf ihrem Weg von Indien an die Westfälische Hochschule. Diese Vier haben es geschafft, rund 15 weitere Studierende hätte das IGCHE einschreiben können, aber die haben es nicht geschafft und hoffen nun auf spätere Einstiegstermine.

Zur Begrüßung in Deutschland, Gelsenkirchen und der Westfälischen Hochschule trafen sich die Neu-Studenten mit Prof. Dr. Dirk Fröhling, der zurzeit außerdem IGCHE-Konsortialführer für alle beteiligten Hochschulen in Deutschland ist, mit Sabine Gorke und Eva Quel vom „International Office“ der Westfälischen Hochschule. Dabei gab es erste wichtige Informationen zur Immatrikulation, aber auch schon zum Umgang mit dem W-Lan, mit Moodle, den Funktionen des Studierendenausweises und zum Lehrplan für die kommenden zwei Semester Fachstudium in Gelsenkirchen, die aus einem Lehrsemester und einem Semester für Praxisphase und Bachelor-Arbeit bestehen.