Bocholter Studiengang Bionik feiert zehnjähriges Jubiläum

2014 erforschte die Doktorandin Julia Deiters in Bocholt am Ohrwurm die Mechanik des Flügelaufklappens und den Ultraleichtbau der Faltstrukturen von dessen Insektenflügeln. Ziel solcher Bionik-Projekte ist es, natürliche Vorbilder technisch für den Menschen nutzbar zu machen. Foto: WH/Jutta Ritz

Seit dem Wintersemester 2010/11 gibt es an der Bocholter Hochschulabteilung der Westfälischen Hochschule den Studiengang Bionik. Jedes Jahr können sich rund 60 Studierende einschreiben und nach sechs Semestern Regelstudienzeit den „Bachelor of Science“ erwerben. Bionik ist die Analyse der Natur zur Erfindung von neuen – oftmals nachhaltigen – technischen Lösungen zur Unterstützung des Menschen.

(BL) Wegen Corona gibt es an der Westfälischen Hochschule zurzeit keinerlei „Veranstaltungen geselliger Art“. Die Fachbereiche sind intensiv damit beschäftigt, so viele Lehrveranstaltungen wie verantwortbar unter Wahrung der Corona-Schutzbestimmungen in Präsenzform vorzubereiten, damit vor allem die zum Wintersemester startenden Erstsemester-Studierenden auf die sozialen Kontakte zu Mitstudierenden und Lehrenden nicht verzichten müssen, denn: „Gemeinsam studiert es sich besser als allein“, so die Verantwortlichen. Da geht es fast unter, dass der Studiengang Bionik, gegründet zum Wintersemester 2010/11, sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Tut er also wegen Corona nur in digitaler beziehungsweise coronakonformer Weise.

Im Gründungsjahr 2010 warb der Studiengang für sich mit dem Spruch: „Abkucken ist doof, aber was für die Schule gilt, stimmt nicht fürs Abkucken aus der Natur. Bionik gestaltet nach dem Vorbild der Natur neue technische Lösungen zum Nutzen der Menschen.“ Wissenschaftlich ausgedrückt heißt das: Das Qualifikationsziel des Studiengangs liegt im Erwerb instrumenteller Bionik-Kompetenzen, also dem Durchführen des bionischen Innovationsprozesses vom biologischen Organismus zum technischen Prototypen sowohl im Top-down- als auch im Bottom-up-Ansatz. Dazu gehört neben den fachlichen und fachvernetzenden Kompetenzen sowie dem naturwissenschaftlichen Arbeiten auch die notwendige Befähigung zu eigenständiger Kreativ- und Projektarbeit. Dabei wird Wert gelegt auf die Entwicklung von geeigneten Persönlichkeitsmerkmalen für eine initiative Herangehensweise über Fachgrenzen hinweg und auf kommunikative Überzeugungsfähigkeit. Das wäre damit geklärt.

Den Absolventen und Absolventinnen winkt beim Studienabschluss der „Bachelor of Science“, der nach dem Landesingenieurgesetz auch die Befähigung zum Ingenieur umfasst. Bionik gibt es auch als dualen Studiengang, bei dem eine betriebliche Ausbildung mit dem Studium verknüpft wird. Nach dem Bachelor gibt es in Bocholt die Möglichkeit, ein passendes Master-Studium im Maschinenbau anzuschließen. Die ersten Absolventen und Absolventinnen gingen bereits im Prüfungsjahr 2013 in den Arbeitsmarkt.

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