Zirkel-Training

Grafik: Prosperkolleg

In einer NRW-weiten und interdisziplinär angelegten Online-Ringvorlesung beleuchtete die Hochschule Ruhr West im Juni im Auftrag des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie das Thema Kreislaufwirtschaft = Circular Economy. Das Motto: wertschöpfen statt wegwerfen, für die Veranstalter ein „Zirkeltraining“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von sechs Hochschulen griffen bei den ersten drei Terminen die „Einbindung von Produktionsbetrieben in regionale Eco-Industrial-Networks“, die Entwicklung von kreislauffähigen Produkten und die Effizienzsteigerung der bügernahen Abfallerfassung im digitalen Zeitalter auf. Zur Teilnahme eingeladen waren Studierende aller Fachrichtungen aus Hochschulen in NRW. Für alle angemeldeten Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurde ein Zugang zu einer Moodle-Internetlehrplattform eingerichtet. Dort gab es Zusatzmaterial und Testaufgaben für ein (optionales) Zertifikat. Die Veranstaltungsreihe soll im kommenden Wintersemester fortgesetzt werden.

(BL) Einer der drei Veranstaltungstermine im Sommersemester 2021 wurde von Professoren der Westfälischen Hochschule gestaltet: Prof. Dr. Ralf Holzhauer und Prof. Dr. Thomas Brümmer vom Gelsenkirchener Fachbereich Maschinenbau, Umwelt- und Gebäudetechnik. Ihr Beitrag Ende Juni widmete sich der Frage, wie sich Abfallerfassung im digitalen Zeitalter bürgernah und effizient gestalten lässt und ob eine Kreislaufführung von Kunststoffprodukten ohne digitale Abfallerfassung überhaupt gelingen kann. Die Vorträge mit anschließender Diskussion mit den Teilnehmenden waren eingebunden in Master-Lehrveranstaltungen des Studiengangs „Systems Engineering in der Umwelt- und Gebäudetechnik“. Holzhauers Fach war dabei die „Nachhaltigkeit technischer Systeme“, Brümmers Fach die „Bewertung von Energie- und Ressourceneffizienz“. Studierende der beiden Veranstaltungen trugen Seminarergebnisse vor.

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Der ungebremste Ressourcenverbrauch des linearen Wirtschaftssystems ist nicht zukunftsfähig. So hat sich der Bedarf an Energierohstoffen, Baustoffen und Metallen im Laufe des vergangenen Jahrhunderts auf knapp 85 Milliarden Tonnen pro Jahr verzehnfacht. Laut UN-Prognose dürfte sich der Ressourcenverbrauch bis 2030 sogar noch einmal mehr als verdoppeln auf dann 186 Milliarden Tonnen. Gleichzeitig steigen das Abfallvolumen und die Treibhausgasemissionen. Ein Gegenmodell zur Wegwerfgesellschaft ist die Idee der zirkulären Wertschöpfung. Ziel ist es, Produkte und Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten, um somit das wirtschaftliche Wachstum vom Verbrauch von Primärrohstoffen zu entkoppeln und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten für Innovation und Entwicklung entstehen. (Quelle: Prosperkolleg)