Innovation made in NRW

Grafik: Provendis

28 nordrhein-westfälische Hochschulen, darunter die Westfälische Hochschule, bilden zusammen den Verbund NRW Hochschul-IP. Der Verbund für Intellectual Property (IP) der NRW-Hochschulen fördert den Wissens- und Technologietransfer in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Verbundpartner nutzen Synergien und erschließen gemeinsam Innovationspotenziale. Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster ist beauftragte Hochschule und übt gemeinsam mit „PROvendis“ die Funktion als Verbundkoordinator aus. Der Verbund wird durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert, Zuwendungsgeber ist das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Aktive Forschungs- und Entwicklungstätigkeit ist entscheidend für die Innovationskraft unserer Gesellschaft: Die Forschung der nordrhein-westfälischen Hochschulen birgt ein enormes Potenzial für die Lösung drängender Herausforderungen in Gesundheit, Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Mobilität oder Digitalisierung. Immer mehr Forschungsergebnisse werden dabei nicht mit dem klassischen Patent geschützt, sondern kommen in der Mitte unserer Gesellschaft als geschütztes Know-how, Design oder Marke an. Nordrhein-Westfalen setzt bei diesen „sonstigen Schutzrechten“ Maßstäbe. Um diesen Vorsprung weiter auszubauen, ist ein professioneller Wissens- und Technologietransfer, der auch über das Patent hinausblickt, unabdingbar.

NRW-Patentverbund wird zu NRW Hochschul-IP
28 Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen haben sich daher gemeinsam mit Provendis, Dienstleister für Intellectual Property (IP), zum Neustart des ehemaligen NRW-Patentverbundes entschlossen. Seit Anfang 2020 ist der Verbund unter dem neuen Namen „NRW Hochschul-IP“ aktiv. „Die Namensänderung betont die inhaltliche Neuausrichtung des Verbundes: Hochschulinnovation bedeutet nicht nur ‚Patent‘, sondern schließt jegliches Intellectual Property mit ein,“ erklärt Dr. Katharina Steinberg, Dezernentin für Forschungsangelegenheiten der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, die gemeinsam mit Provendis die Funktion als Verbundkoordinator ausübt. Gefördert vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen bündeln die Verbundpartner die Expertise der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in den verschiedensten Fachbereichen und Disziplinen und schaffen in NRW einen zentralen Innovationshub, der Synergien nutzt und gemeinsam Potenziale erschließt.

Innovative Impulse aus NRW
„Der Verbund NRW Hochschul-IP gibt richtungsweisende Impulse, um den Innovationsstandort NRW langfristig und nachhaltig zu stärken“, erklärt Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der Provendis GmbH. Die Hochschulen können dabei auf das breite Leistungsspektrum des IP-Dienstleisters Provendis zurückgreifen, das die Wissenschaftler/-innen im gesamten Innovationsprozess unterstützt und begleitet – von der Erfindungsmeldung über die schutzrechtliche Sicherung bis hin zu Verkauf oder Lizenzierung an Wirtschaftsunternehmen. Als zentraler Dienstleister initiiert Provendis Workshops, Netzwerktreffen, Qualifizierungsangebote und Arbeitsgruppen zu allen Themenschwerpunkten des Verbundprojektes. Bereits jetzt zeichnet sich eine erfreuliche Tendenz ab: Durch die starken Impulse des neuen Förderprogrammes stiegen die Zahl der erfolgreichen Abschlüsse und Verwertungserfolge für die Mitgliedshochschulen in 2020 an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus NRW setzen innovative Maßstäbe durch effektivere Batterietechniken und neue Verfahren zum Laden von Elektrofahrzeugen, durch Entwicklung von Sensoren für Robotik oder Verfahren zum Messen von Umwelteinflüssen, aber auch neue Impulse für die Coronaforschung sowie der Therapie von HIV und Hepatitis B.

Mehr als Patente: Design, Know-how, Marke & Co boomen
Mit dem Startschuss von NRW Hochschul-IP rückten sonstige Schutzrechte – also Forschungsergebnisse, die vom Patent nicht erfasst werden – in den Fokus: Bei Designs, Know-how oder auch Marken vervierfachten sich im ersten Jahr der Förderperiode die Meldungen der Verbundhochschulen, sie machen mittlerweile über 20 Prozent der eingehenden Erfindungsmeldungen bei Provendis aus. Damit wird das Innovations- und Vermarktungspotenzial der Forschungsergebnisse der NRW-Hochschulen viel umfassender erfasst und ausgeschöpft als zuvor.

Software als Schnittstelle zwischen Erfindung und Urheberrecht
Besonders im Bereich der Software als Schnittstelle zwischen Erfindung und Urheberrecht werden immer mehr Forschungsergebnisse gesichert. 2020 entwickelten sich zahlreiche Erfindungsmeldungen zu erfolgreichen Gründungen und die Softwarelösungen konnten am Markt platziert werden – so zum Beispiel eine Software für intelligente Tourenplanung, die an den Getränkesofortlieferdienst „flaschenpost SE“ verkauft wurde. (Provendis)