Im Schutz des Drachen

Der Arenapark mit der „Veltins-Arena“ ist Modellgebiet für das Projekt „DRAGON“, das durch Digitalisierung und eine mit künstlicher Intelligenz gesteuerte Informations- und Kommunikationsplattform für mehr zivile Sicherheit bei Großveranstaltungen sorgen soll. Foto: Hans Blossey für Stadt Gelsenkirchen

Unter dem Projektnamen „DRAGON“ haben sich die Stadt Gelsenkirchen und die Westfälische Hochschule beim Wettbewerb „SifoLIFE – Demonstration innovativer, vernetzter Sicherheitslösungen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beworben und Anfang Juni den Zuwendungsbescheid über die Förderung der Konzeptphase erhalten. Der BMBF-Wettbewerb unterstützt Kommunen dabei, neue vernetzte Sicherheitslösungen bei Großveranstaltungen schneller in die Praxis zu bringen. Das Projekt „DRAGON“, dessen Name für „Desaster Reaktions-Automatisierung in Gelsenkirchen und Organisationsübergreifende Netzwerkkommunikation" steht, hat überzeugt und ging Anfang Juni 2021 für 18 Monate in die nächste Wettbewerbsphase. Ingesamt hatten sich 22 Kommunen beworben. Die Fördersumme beträgt für die Westfälische Hochschule 100.000 Euro, für die Stadt Gelsenkirchen 150.000 Euro.

(BL) Wer bei Dragon nicht nur an den Drachen, sondern auch an die Dragoner denkt, ist dabei historisch gar nicht so weit weg: Die Dragoner waren eine vielseitige und (weil beritten) mobile Eingreiftruppe. Und auch bei Dragon geht es darum, die Kommunikation und Handlungsfähigkeit zwischen den Einsatzkräften bei Großveranstaltungen durch eine digitale Kommunikationsinfrastruktur sowie durch eine mit künstlicher Intelligenz gesteuerte Regulierung von Verkehrs- und Personeneinflüssen vor Ort zu verbessern. Zum Schutz der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Dragon soll am Beispiel des Modellgebiets „Arenapark“ entwickelt werden. Neben der Stadt Gelsenkirchen und der Westfälischen Hochschule sind daher Feuerwehr und Polizei Gelsenkirchen, der Fußballklub Schalke 04, die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen und das Deutsche Rote Kreuz als Partner angeschlossen.

Bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen oder Konzerten können immer unvorhersehbare Ereignisse zu schwierigen, nahezu nicht planbaren Situationen führen, die an möglicherweise vielen unterschiedlichen Orten Probleme erzeugen, die schnell gelöst werden müssen. Dabei fallen massenhaft Daten an, die nicht isoliert oder singulär betrachtet werden dürfen, wenn das Verfahren zielführend sein soll. Stattdessen soll durch die Einbeziehung künstlicher Intelligenz eine Massendatenauswertung erfolgen, die automatisiert Datenschutzsysteme integriert und die Ergebnisse ausschließlich an die mit der Entscheidungsfindung beteiligten Organisationen sicherstellt. Ziele sind die Einschätzung der aktuellen Lage, eine einheitliche Kommunikationsinfrastruktur und eine intelligente Steuerung von Besuchern und Besucherinnen.

Der Part der Westfälischen Hochschule wird von Prof. Norbert Pohlmann vom Fachbereich „Informatik und Kommunikation“ geleitet, der das Wissen und die Erfahrung des Instituts für Internetsicherheit „if(is)“ einbringt. Mit der jetzt zugesicherten Förderung wurde Dragon für die nächste Wettbewerbsphase ausgewählt, aus der sich am Ende fünf Kommunen für die zweite Projektphase qualifizieren, in der das erarbeitete Konzept mithilfe weiterer Förderung umgesetzt werden soll.