Digitaler Zwilling beweist Praxis-Stärke

So sieht technische Gebäudeausrüstung im digitalen Zwilling aus. Grafik: Gruppe 1, Repro: WH/CF

Digital miteinander statt analog aneinander vorbei: Das könnte in Kurzform das Motto von BIM sein, dem „Building Information Modelling“. BIM erzeugt den digitalen Zwilling eines Gebäudemodells und sorgt für einen barrierefreien und zugleich coronainfektionsgeschützten Datenaustausch für alle am Bau beteiligten Personen.

(BL) „BIM wird das Bauwesen revolutionieren“, davon ist Prof. Dr. Christian Fieberg überzeugt und hat es deshalb fest in die Lehre der Studierenden der technischen Gebäudeausrüstung verankert. „Das Gebäudemodell ist das digitale Zentrum, um das alle Aufgaben und Prozesse in der Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsphase eines Gebäudes kreisen.“ Im letzten Wintersemester haben Master-Studierende der Westfälischen Hochschule BIM gemeinsam mit Master-Studierenden der Hochschule Bochum erprobt, wobei sich die Bochumer Studierenden um Architektur, Bauingenieurwesen und Geodäsie gekümmert haben, die Gelsenkirchener Studierenden um die Gewerke Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro. Vier Teams haben gemeinsam so getan, als ob sie ein Ersatzgebäude für das Gebäude A der Hochschule Bochum als Lehr- und Lernort planten. Wie in der Wirklichkeit fanden die Tätigkeiten für die verschiedenen Gewerke alle parallel statt. Schnell merkten die Studierenden, dass mangelnde Abstimmung zu Fehlern und Mehrarbeit führt und wie BIM das verhindern kann. Alle Arbeiten konnten gleichzeitig und virtuell auf Distanz geleistet werden.

Als Basis für das BIM diente eine auf internationalem Niveau arbeitende Projektmanagementplattform, wie sie den künftigen Absolventen und Absolventinnen auch im Beruf begegnen wird. Hier wurde der Projektfortschritt für alle einsehbar dargestellt, wurden Besprechungsergebnisse festgehalten und Informationen und Dateien barrierefrei ausgetauscht. „Das wird dann als ,big open BIM‘ bezeichnet“, so Fieberg. Sein Fazit: „BIM fördert die Professionalität und gleichzeitig die Kreativität.“ Eine Fortsetzung der Kooperation Bochum-Gelsenkirchen im kommenden Wintersemester ist daher schon heute fest geplant.

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