Bienenparadies auf dem Campus: Mit Astschere und Spaten für mehr Artenvielfalt
Mit Hacke und Spaten werden offene Bodenstellen in der Böschung geschaffen – wichtige Nistplätze für heimische Wildbienen auf dem Campus der Westfälischen Hochschule. © Westfälische Hochschule
Der Frühling ist da, die Winterruhe vorbei – und das gilt auch für die Wildbienen. Diese wichtigen Bestäuber sind unverzichtbar für unser Ökosystem, doch ihre Lebensräume sind oft bedroht. Um die Wildbienen auf dem Campus Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule besser zu unterstützen, haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Hacke, Spaten und Astschere gegriffen.
Unter der fachkundigen Anleitung von Ingo Koslowski, einem ehemaligen Biologielehrer und engagierten Naturschützer vom BUND Gelsenkirchen, wurden gezielte Pflegemaßnahmen auf dem Hochschulgelände durchgeführt. Koslowski begleitet seit Jahren die Bestandserfassung der Wildbienenfauna im zentralen Ruhrgebiet und konnte bei Begehungen auf dem Campus rund 20 verschiedene Wildbienenarten beobachten.
Die meisten heimischen Wildbienen sind Bodenbrüter – etwa drei Viertel aller Arten nisten in offenen, sonnigen Bodenstellen, oft an leichten Böschungen oder in sandigen Bereichen mit unterschiedlichen Körnungen. Andere Arten bevorzugen hohle Pflanzenhalme oder Totholz als Nistplätze. Um die Wildbienenpopulation am Campus nachhaltig zu fördern, ist es daher wichtig, offene Bodenstellen zu schaffen und Sträucher zurückzuschneiden, die sonst die Hänge beschatten.
Offene Bodenflächen erleichtern den Bienen nicht nur das Anlegen ihrer Brutzellen, sondern ermöglichen auch das Aufkeimen bestimmter Pflanzenarten wie dem Natternkopf. Diese Pflanze ist eine wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Wildbienen und trägt so zur Nahrungssicherung bei.
Am Freitag, den 27. Februar, stand deshalb das Zurückschneiden von Brombeerranken sowie das Abplaggen der Vegetation auf kleineren Wiesenstücken auf dem Programm. Kathrin Wrede, Leiterin des Gebäudedezernats, zeigt sich überzeugt: „Mit diesen Maßnahmen leistet die Westfälische Hochschule einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Biodiversität auf ihrem Gelände.“
So wird der Campus nicht nur grüner, sondern auch lebendiger – ein wichtiger Schritt für den Schutz unserer heimischen Wildbienen und die Vielfalt der Natur direkt vor unserer Tür.